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  Update: 2005-10-03  
 

Testbericht aus Zeitschrift „abenteuer und reisen“ Oktober 10/2003, Seite 88:

 

Ausprobiert

Anzug mit Nehmerqualitäten

Ein hautfreundlicher, knitterfreier und zur Not waschbarer Anzug für Vielreisende?

Wir haben ihn entdeckt - und hart getestet.

Was passiert, wenn Druck und Feuchtigkeit zusammen auf einen Stoff einwirken? Passiert das gewollt, gezielt und gekonnt und mittels Dampfbügeleisen, wird die Kleidung glatt und ansehnlich. Ganz anders ist das beim Sitzen mehr oder minder schwerer Menschen in schwülheißer Luft. Dann gibt es Falten ­ hässliche Falten im Kniebereich, im Schritt und im Rücken. Und wehe, beim Business-Lunch geht einmal etwas daneben. Dann ist das gute Stück reif für die Reinigung.

 

Anzüge aus Kunstfaser sind nicht die Ideallösung. Sie nehmen zwar weniger Geruch an und lassen sich leichter pflegen, aber die haptischen Qualitäten sind alles andere als Lust spendend. Naturfaser ist einfach angenehmer zu tragen  - und schöner.
 
Wer nach dem optimalen Anzug für Vielreisende sucht, stößt mit etwas Glück auf die Firma Binzberger. Das  Modehaus in Friedrichshafen vertreibt das textile Ei des Kolumbus unter dem Namen Smartguarde Mobile klingt zwar eher nach Bodyguard-Service mit Handy, ist aber ein flotter Anzug (Foto) aus ganz speziell gewebter Schurwolle, der laut Anbieter nicht knittert und keinen Geruch annimmt. Elastisch und waschbar soll er darüber hinaus sein ­ natürlich nicht in der Waschmaschine, das machen Futter und Polster nicht mit. Aber kleinere Flecken  auf Ärmel, auf Hose oder Revers bekommt man ja schon unter dem Wasserhahn raus.

Der Praxistest beginnt. Messe Berlin. Scheinwerfer knallen von der Decke, Menschenmassen schieben sich durch die Hallen. Es ist heiß, richtig heiß. Man sitzt auf unbequemen Stühlen mit Plastiksitzfläche (wunderbares Mikroklima!). Da bügeln Körperflüssigkeit und der Pressdruck aus den eigenen 90 Kilo Falten genau dorthin, wo sie nicht hingehören. Ein Stunde Gespräche, dann zum nächsten Termin. Man schwitzt, man sitzt, man anarcho-bügelt wieder. Und am Abend ist die Hose üblicherweise an den neuralgischen Punkten multipel gefaltet, wie eine Zieharmonika. Nicht so das Testobjekt.

Also weiter ­ zum stundenlangen Dinner auf modernen Kunststoff-„Sitzmöbeln“. Und anschließend ein Absacker in einer Berliner Eckneipe. Man ist müde, stützt sich mit den Armen auf den Tresen ­ und schon saugt der Stoff die übersehene kleine Lache aus Zigarettenasche und klebriger Cola auf.

Zurück im Hotel steht eine partielle Handwäsche an, um den Fleck zu entfernen. Dann wandert der Reiseanzug ­ bös, ganz bös! - ins Badezimmer. So lang duschen, bis es wild dampft. Der Anzug saugt sich mit Feuchtigkeit voll und fliegt dann auf den Sessel zum Knittertest ­ obendrauf noch eine schwere Tüte, um den Druck zu steigern. Das muss jetzt aber wirklich knittern!

Am folgenden Morgen ist der Anzug so gut wie faltenlos. Der Ärmel fleckenfrei. Der Binzberger´sche Anzug hält in der Tat, was er verspricht. Kaum zu glauben. Und eines ist klar: Lange, bevor der Anzug Falten wirft, tut das sein Träger.

Peter Pfänder

 

UNSER TESTURTEL

 

knitterfrei               5

pflegeleicht            4

Fashion-Faktor                 2

Tragekomfort                  5

Preis/Leistung                  4

(Vergebene Punkte auf einer Scala von 1 bis 5)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
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